Ölpfützen

Eindrücke 07.05.2010 – 09:53h

Ich sitze in der Mensa und frühstücke, mache den Laptop auf und rufe die Times-Online Seite auf. Ich möchte sehen, was in Griechenland passiert, wie die Situation in Afghanistan steht.

Doch meine Aufmerksamkeit richtet sich erst auf einen Artikel über die Ölkatastrophe vor der amerikanischen Küste. „Unzahl an Lebensräumen und Geburtsstätten von Vögeln gefährdet“, lese ich da. Es geht weiter, und es wird nicht erfreulicher, der Text spricht von den Problemen, die sich für den Menschen aus dieser Situation ergeben, doch was ist mit den Tieren? Der Gedanke, dass diese Wesen, vor allem die Küken, die der Welt und ihrer Umwelt noch nie etwas zu Leide getan haben und es auch nie tun werden, in einer Pfütze aus schwerem, stinkenden Öl liegen und ihre kleinen Flügel nicht mehr öffnen können, elend im Dreck liegen und nicht mehr fortkommen treibt mir die Tränen in die Augen.

Neben dem Artikel befindet sich ein Link zu einer Fotogalerie: Die schönsten Naturbilder, die jemals gemacht wurden. Ja, wahrhaftig, so schön, so zauberhaft rein. Tiere und Pflanzen, alle unserer Rasse weit überlegen. Sie haben verstanden, dass Mutter Erde unsere Freundin ist, unser Lebenselixier, und dass es nichts dümmeres gibt, als diese Erde zu beschädigen.

Ich ertrage das alles nicht mehr lange, das weiß ich. Also schließe ich die Fotos und den Artikel und mache mich daran, Artikel über Griechenland zu suchen, wo die Menschen rebellieren und gewaltsam ihren Unmut über das Sparprogramm der Regierung demonstrieren. Ihre Regierung ist finanziell am Ende, nun wirkt sich das auf die Bevölkerung aus. Darüber regen sie sich auf, dafür sind sie bereit, Menschen zu töten, Banken in Brand zu setzen und endlich mal etwas zu unternehmen. Der Mensch kämpft nur für das, was ihm unmittelbaren Nutzen bringt, und das ist, oh weh oh weh, Geld.

Plötzlich ist mein Interesse an diesen Problemen verflogen, sollen sich die Menschen doch wegen ihrem Geld die Köpfe einschlagen. Ein paar von uns weniger tun der Welt sicherlich gut. Für die Vögel in der Ölpfütze ändert sich dennoch nichts.

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